Expertenforum


Was gehört in die Reiseapotheke?

© Erika Fink, Apothekerin und Referentin der Landesapothekerkammern
© Erika Fink, Apothekerin und Referentin der Landesapothekerkammern

EXPERTENFORUM

Experteninterview zum Thema mit Erika Fink,

Apothekerin und Referentin in der bundesweiten Fort- und Weiterbildung in verschiedenen Landesapothekerkammern

Durchfall ist eine der häufigsten Erkrankungen auf Reisen. Wie kann ich sie vermeiden oder behandeln?

 

Erika Fink: Wir müssen unterscheiden zwischen einem infektiösen Durchfall, der durch sorgfältige Hygiene weitgehend vermieden werden kann, und einem Durchfall, der sich daraus ergibt, dass man ungewohnte Nahrungsmittel nicht verträgt. Infektionen vermeidet man durch Händewaschen, Essen von ausschließlich hitzebehandelten Nahrungsmitteln und Trinken von abgefüllten Getränken und nicht etwa Leitungswasser. Wenn trotzdem Durchfall eintritt, ist er meist mit einem desinfizierenden Durchfallmittel gut zu behandeln. Antibiotika können schlimmstenfalls erforderlich sein, das muss aber im Einzelfall entschieden werden. An die ungewohnte Nahrung gewöhnt man sich normalerweise innerhalb von zwei bis drei Tagen. Vorsichtshalber sollte man in den ersten Tagen etwas essen, das man schon kennt und dann mutiger werden.

 

Was sollte außer einem Mittel gegen Durchfall in einer guten Reiseapotheke zu finden sein?

 

Erika Fink: Auf jeden Fall die Arzneimittel, die man sowieso einnehmen muss. Darüber hinaus ein Schmerzmittel, das auch gegen Fieber hilft, ein Mittel, das gleichzeitig gegen Hautrötungen, Sonnenbrand, Insektenstiche und Allergien hilft, ein Haut- und Händedesinfektionsmittel, Sonnenschutz, eventuell ein Mittel zur Insektenabwehr, ein Mittel gegen Verstopfung, wenn man dazu neigt und Pflaster plus Mullverband. Das ist erst einmal die Grundausstattung. Für Spezialurlaube wie Taucher- oder Wanderurlaub muss diese Reiseapotheke noch entsprechend ergänzt werden.

 

Sollte die Reiseapotheke vor jeder Reise erneuert werden?

 

Erika Fink: Selbstverständlich. Die Arzneimittel haben ein Verfallsdatum. Das gilt allerdings nur für die nicht angebrochene Packung und für eine Aufbewahrung unter 25°C bis 30°C. Die Reiseapotheke ist also daheim zu überprüfen und angebrochene Produkte wie Cremes und Flüssigkeiten gegebenenfalls zu entsorgen. Tabletten, die einzeln versiegelt sind, müssen entsorgt werden, wenn die Temperatur von 25°C bis 30°C überschritten wurde. Für Kühlartikel gelten strengere Vorschriften. Das steht dann auf der Packung.

 

Welche Impfungen empfehlen Sie unabhängig vom Reiseziel?

 

Erika Fink: Gegen Tetanus, Diphterie, Masern und Hepatitis sollte jeder geimpft sein. Jüngere Personen haben in der Regel auch eine Impfung gegen Keuchhusten, Windpocken, HIB und Kinderlähmung, Mädchen auch gegen Gebärmutterhalskrebs. Wichtig ist auch die Impfung gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung, die jährliche Grippeimpfung und die Impfung von älteren Menschen gegen Lungenentzündung. Generell sind bei uns immer noch zu wenige Menschen mit einem vollständigen Impfschutz versehen. Wir müssen daran arbeiten, dass sich das ändert.

 

Quellenverweis: Das Fachinterview führte medicalpress.de.

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Im Fokus: Akne und Hautunreinheiten

© Dr. med. Guido Siebenhaar, Hautarztpraxis Solingen
© Dr. med. Guido Siebenhaar, Hautarztpraxis Solingen

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Experteninterview zum Thema Akne mit Dr. med. Guido Siebenhaar, Dermatologe und Allergologe, Hautarztpraxis Solingen

Warum tritt Akne im Frühjahr massiver auf?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Akne vulgaris tritt im Frühjahr nicht häufiger auf als in anderen Jahreszeiten. Hier geht es viel mehr um die sogenannte "Mallorca-Akne", welche mit Zunahme der UV-Strahlung durch die Sonne in Kombination mit fettreichen Cremes auftreten kann und in den Bereich der Sonnenallergien gehört. Im Rahmen der Akne vulgaris wirkt UV-Licht eher begünstigend auf die Haut ein - was aber nicht zum unkontrollierten Sonnenbaden auffordern soll!

 

Was ist der neueste Behandlungsstand?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Behandlung der Akne wird heutzutage meist mit Kombinationspräparaten durchgeführt: z. B. Benzoylperoxid mit Lokalantibiotikum oder Retinoid. Es geht hierbei um eine Regulierung der Talgproduktion, die Haut soll in einem gewissen Rahmen bei der Indikation Akne ausgetrocknet werden. Die Lokalantibiotika sollen die Keimflora, welche die entzündlichen Prozesse der Pickel anschieben, vermindern. Auch Peelingbehandlungen (z. B. Fruchtsäuren) führen durch leichte Abschilferung der obersten Hautschicht zu einem Öffnen der Poren und einer deutlichen Verminderung der Unreinheiten/ Komedonen. Ebenso kann die Ernährung einen Einfluss auf die Akne haben: fettreiche Ernährung kann den Schweregrad deutlich negativ beeinflussen. Handelt es sich um eine schwerere Form der Akne, insbesondere mit Vernarbung oder eine besonders großflächige Ausbreitung, so kommt die Einnahme von Tabletten/ Kapseln in Betracht, entweder mit Antibiotika oder Retinoiden, bei Frauen auch mit oralen Kontrazeptiva.

 

Topisch und/ oder operativ?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Therapie der Akne sollte immer auch topisch erfolgen. Systemische Therapien (Medikamente) oder operative Eingriffe bleiben schweren Formen vorbehalten, beispielsweise beim Auftreten von Abszessen oder bei der Akne inversa, welche gerne die Leisten oder Axillen betrifft.

 

Wie behandeln Sie Akne bei Jugendlichen gegenüber Erwachsenen?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Aknetherapie unterscheidet sich nicht zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Es kommt auf die Form, den Schweregrad und die Ausbreitung der Akne an, nach welchen sich die Therapie richtet. Medikamentöse Therapien müssen gut aufgeklärt werden, bevor sie eingesetzt werden - insbesondere wenn es sich um Retinoide handelt.

 

Gibt es neue wissenschaftliche Untersuchungen und Studien?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Neuere wissenschaftliche Studien befassen sich mit dem Thema Akne und Ernährung, hier können Zusammenhänge insbesondere zu fetthaltiger Kost festgestellt werden. Ebenso befassen sich neuere Studien mit der Kombinationen topischer Therapien, wo als effektivste Form verschiedene Kombinationen aus den drei Wirkstoffen/ Wirkstoffklassen Benzoylperoxid, topische Retinoide und topische Antibiotika herausgestellt werden. Weiterhin gibt es Studien zur effektiven Behandlung verbliebener Aknenarben mittels fraktionierter Lasertherapie, die verbliebenen "Krater" können signifikant geglättet werden. Auch gibt es Therapieversuche mit einer aus der Rosazeatherapie stammenden, niedrigeren Doxyzyklindosierung, welche mitunter gute Ergebnisse zeigt.

 

Quellenverweis: Das Experteninterview führte beautypress.de/ Yupik PR.

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Was tun bei Kopfhautschuppen?

© Dr. Siân Morris, Expertin head & shoulders-Forschung
© Dr. Siân Morris, Expertin head & shoulders-Forschung

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Fachinterview zum Thema Haarschuppen mit Dr. Siân Morris, wissenschaftliche Expertin head & shoulders-Forschung

Wie entstehen Schuppen?

 

Dr. Siân Morris: Die menschliche Haut erneuert sich ständig, im Durchschnitt dauert der Prozess einer kompletten Erneuerung vier Wochen, wobei die Haut kontinuierlich abgestorbene, mikroskopisch kleine Hautzellen an ihrer Oberfläche abstößt. Wird das Gleichgewicht der Haut gestört, kann sich dieser Prozess auf nur wenige Tage verkürzen, was dazu führt, dass die Zellen an der Oberfläche zu großen Verbänden verklumpen, die dann die sichtbaren Schuppenbilden. Besonders Juckreiz ist bei vielen Menschen eines der ersten Anzeichen für Schuppen und eine aus der Balance geratene Kopfhaut. Er ist ein natürlicher Schutzmechanismus und dient ursprünglich dazu, die Ursachen der Irritationen von der Hautoberfläche zu entfernen. Die Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt der Botenstoff Histamin – er signalisiert dem Gehirn das Bedürfnis zu jucken, um damit auf Hautirritationen aufmerksam zu machen. Da jedoch bei Kopfhautproblemen wie Schuppen der Grund der Irritation nicht durch Kratzen entfernt werden kann, verschafft das Kratzen nur eine kurzzeitige Linderung.

 

Welche Ursachen gibt es?

 

Dr. Siân Morris: Die Ursachen von Kopfhautproblemen mit Schuppenbildung sind die Talgproduktion, der Pilz Malassezia globosa und die Reaktionen der Haut auf die Präsenz des Pilzes. Die Irritation der Kopfhaut kann durch andere externe Faktoren noch verstärkt werden. Zu diesen Faktoren gehören Stress, häufiger Wechsel der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese Faktoren kommen besonders oft im Winter zusammen und daher werden vielfach die Probleme mit Schuppen in der kalten Jahreszeit vermehrt wahrgenommen.

 

Gibt es eine Personengruppe, die besonders anfällig ist?

 

Dr. Siân Morris: Rund 50 Prozent der Menschen werden mindestens einmal in ihrem Leben mit Kopfhautproblemen konfrontiert. Das Auftreten von Schuppen ist unabhängig vom Geschlecht, da sich die grundlegenden Faktoren, die Schuppen auslösen, bei Männern und Frauen nicht unterscheiden. Schuppen treten typischerweise zum ersten Mal in der Pubertät auf und sind ein chronisches Phänomen. Daher muss die Kopfhaut regelmäßig gepflegt und behandelt werden, damit die Symptome dauerhaft gelindert werden und die Kopfhaut in ihren Normalzustand zurückgebracht wird und auch verbleiben kann.

 

Was kann man gegen Schuppen tun?

 

Dr. Siân Morris: Um Juckreiz und Schuppen nachhaltig entgegenzuwirken, sollten Haar und Kopfhaut möglichst regelmäßig, ideal wäre täglich, mit head & shoulders gewaschen werden. Die regelmäßige Erneuerung des Hautschutzes durch den speziellen head & shoulders Wirkstoff ZPT(Zinkpyrithion) führt dazu, dass die Ursache und auch die Symptome der Schuppenbekämpft werden.

 

Kann man Schuppen vorbeugen?

 

Dr. Siân Morris: Um eine möglichst schnelle und auch langanhaltende Linderung der Kopfhautprobleme zu ermöglichen, wird die Formulierung von head & shoulders beständig optimiert. Der Wirkstoff ZPT wird effizient und gezielt in den oberflächennahen, talgreichen Anteil des Haartrichters, das sogenannte Infundibulum, gebracht. Denn der Hefepilz Malassezia globosa siedelt sich bevorzugt auch in den Poren der Kopfhaare an. Sie bieten ihm Schutz, um die Behandlungsversuche zu überdauern und die Kopfhaut rasch wieder zu besiedeln.

 

Welche Pflegeprodukte empfehlen Sie bei trockener Kopfhaut und Schuppen?

 

Dr. Siân Morris: Für eine substanzielle Veränderung der Kopfhaut ohne lästige Schuppen und Juckreiz sollte man generell auf schonende Pflegeprodukte setzen. Die head & shoulders Pflegevariante Milde Pflege bei juckender Kopfhaut mit Eukalyptus-Extrakt und verbesserter Formulierung wurde extra für eine sanfte, aber dennoch gründliche Reinigung entwickelt.

 

Gibt es besonders effektive Pflegeprodukte oder neue Behandlungsmöglichkeiten?

 

Dr. Siân Morris: Die bewährte HydraZinc-Formel befreit bereits ab der ersten Anwendung für bis zu 72 Stunden von Juckreiz und bewirkt bei regelmäßiger Verwendung sogar eine substanzielle Verbesserung des Kopfhautzustandes. Trockenheit und Spannungsgefühle werden vermindert und die Kopfhaut beruhigt. Die speziell optimierte ProClean-Technologie in den Shampoos ermöglicht eine verbesserte Reinigungswirkung des Haares und der Kopfhaut, während das Produkt auch einen um 63 Prozent höheren Pflegefaktor hat, der dabei hilft, gesundes und gut aussehendes Haar wiederzuerlangen.

 

Quellenverweis: Das Fachinterview führte beautypress.de.

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Lebensmittelallergien auf dem Vormarsch

© Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Berlin
© Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Berlin

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Experteninterview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Torsten Zuberbier, Geschäftsführender Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Sprecher des Allergie-Centrums-Charité, Berlin

Fast jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal in seinem Leben unter einer gesteigerten Reaktion seines Immunsystems. Unter Kindern und Jugendlichen sind etwa doppelt so viele von einer Lebensmittelallergie betroffen als unter den Erwachsenen. Woran liegt das?

Prof. Dr. Torsten Zuberbier: Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass in der Europäischen Union ca. jeder dritte Bürger an einer Allergie allgemein leidet. Dies kann ein Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis oder auch eine Nahrungsmittelallergie sein.

Im Kindesalter treten häufig Nahrungsmittelallergien auf zum Beispiel Kuhmilch oder Hühnerei auf, vor allem wenn die Kinder an einer Neurodermitis leiden. Die jeweilige Kuhmilch- oder Hühnereiallergie verliert sich jedoch bei fast allen Kindern wieder, so dass sie im Erwachsenenalter kein Problem mehr darstellt.
 
Wie kann man eine Lebensmittelallergie von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit unterscheiden?

Prof. Dr. Torsten Zuberbier: Lebensmittelunverträglichkeiten lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen. Zum einen gibt es „immunologische Nahrungsmittelallergien“. Hierbei geht es um echte Nahrungsmittelallergien, bei denen vom Immunsystem Antikörper (Immunglobulin E) gebildet werden. Diese kann man mit einem Haut- oder Bluttest nachweisen. Eine echte allergische Reaktion kann einen lebensbedrohlichen Zustand darstellen. Zum anderen gibt es „nicht-immunologische Nahrungsmittelintoleranzen“, wie zum Beispiel die Histaminunverträglichkeit, oder Zusatzstoffintoleranz. Hierbei bildet der Körper keine Allergieantikörper, Haut- und Bluttests sind also nicht verlässlich. Jedoch können bei den „nicht-immunologischen Nahrungsmittelintoleranzen“ ganz ähnliche Symptome wie bei einer echten allergischen Reaktion auftreten.

Des Weiteren gibt es die „Funktionsstörungen im Darmtrakt“, die zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören. Hierzu zählen die Laktoseintoleranz, bei der das spaltende Enzym Laktase nicht oder nicht mehr ausreichend vom Körper gebildet wird, und auch die Fruktosemalabsorption, der eine Transportstörung im Darm zugrunde liegt. Bei diesen Funktionsstörungen kommt es in erster Linie zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfällen.  
 
Erst kürzlich konnte herausgestellt werden, dass bestimmte Mikroorganismen in der Lage sind, den Übergang von allergieauslösenden Stoffen ins Blut durch eine verringerte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut zu hemmen. Welche Chancen sehen Sie in diesem Forschungsergebnis?


Prof. Dr. Torsten Zuberbier: Die derzeitig einzige verlässliche Therapieoption der Nahrungsmittelallergie stellt der strikte Verzicht auf den Auslöser dar. Daher ist es auch so wichtig, den genauen Auslöser zu kennen, damit unnötig einschränkende Diäten vermieden werden können. Mit diesem Wissen stellt der genannte Therapieansatz natürlich eine sehr interessante Alternative dar. Jedoch gibt es zu diesem Thema noch sehr viele offene Fragen und einen hohen Forschungsbedarf, um allgemein gültige Empfehlungen geben zu können.

 

Quellenverweis: Das Experteninterview führte medicalpress.de

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Wortie spezial: Stielwarzen mittels Vereisung behandeln

© Monika Hagenhoff/ medicalpress.de
© Monika Hagenhoff/ medicalpress.de

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Fachinterview zum Thema Stielwarzen mit Monika Hagenhoff, Apothekerin aus Dortmund

Auch wenn Stielwarzen kein Risiko für die Gesundheit darstellen, empfinden viele Menschen die kleinen stielförmigen, zumeist hautfarbenen Ausstülpungen als störend. Insbesondere Best Ager, dabei Frauen und Männer gleichermaßen, plagen sich mich diesem kosmetischen Makel herum. Mittels punktgenauer DIY-Vereisung lassen sich die gutartigen Wucherungen jedoch ungefährlich zu Hause behandeln.

 

Warum ist die Vereisung eine optimale Therapie, um Stielwarzen loszuwerden?

 

Monika Hagenhoff: Die Vereisung ist meines Erachtens gut geeignet, weil sie durch den Betroffenen leicht anzuwenden ist. In der Regel reicht eine einmalige Anwendung aus, die reine Vereisungszeit beträgt 40 Sekunden, so dass die Stielwarze nach 10-14 Tagen von selbst abfällt.

 

Warum brauchen Betroffene vor der Selbstbehandlung einer Stielwarze durch Vereisung keine Angst zu haben?

 

Monika Hagenhoff: Weil die Selbstbehandlung bei richtiger Anwendung kaum wehtut und auch keine offenen Wunden oder Blutungen entstehen. Für die korrekte Anwendung und wenn man sich unsicher ist, am besten in der Apotheke nachfragen oder einen Blick in den Beipackzettel werfen.

 

Wie kann man sich sicher sein, dass es sich um eine Stielwarze handelt?

 

Monika Hagenhoff: Um auf Nummer sicher zu gehen, schaut man sich die vermeintliche Stielwarze mit einer Lupe oder einem Vergrößerungsspiegel genau an. Sie sitzt auf einem kleinen Stiel und ihre Farbe sollte identisch mit dem restlichen Hautton sein. Außerdem sollte sie weich und beweglich sein und nicht schmerzen, wenn man sie berührt. Betroffene kennen oftmals bereits das Erscheinungsbild der Stielwarze. Bei Zweifeln sollte natürlich unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 

Warum ist von einer Entfernung der Stielwarze mit der Schere unbedingt abzuraten?

 

Monika Hagenhoff: Hierbei besteht eine große Infektionsgefahr. Während das Abschneiden der Hautwucherung beim Arzt unter sterilen Bedingungen geschieht und eine Nachversorgung gewährleistet ist, sind unsere Scheren zu Hause nicht steril, so dass schon durch den Schnitt beispielsweise Bakterien in die Wunde geraten können, wodurch eine Entzündung entstehen kann. Da Stielwarzen zudem gut durchblutet sind, kommt es eventuell zu einer stärkeren Blutung und zur Narbenbildung.

 

Was empfehlen Sie zur Nachsorge einer vereisten Stielwarze und wie sollte man mit der betroffenen Hautstelle nach der Vereisung umgehen?

 

Monika Hagenhoff: In erster Linie sollte man schauen, dass auf der behandelten Stelle keine Kleidung scheuert oder man daran kratzt. Mit einem Pflaster kann man sie gut schützen. Auch von direkter Sonneneinstrahlung ist abzuraten. Auch nach dem Abfallen der Stielwarze ist die behandelte Hautstelle noch eine Zeitlang besonders empfindlich, sie sollte daher bei Besonnung mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden.

 

Stielwarzen: Charakteristika und Behandlung

 

Die meisten Sachen, die die Haut betreffen, führen einen in die Obhut des Hautarztes. Muttermale, Krampfadern oder Couperose gehören zum Beispiel in die Hände des dermatologischen Profis. Anders bei Stielwarzen. Stielwarzen sind ungefährliche Hautwucherungen und haben mit Warzen im klassischen Sinne nichts gemein. Obwohl sie aus medizinischer Sicht nicht entfernt werden müssen, stören sie ein tadelloses Hautbild. Das bewegt einige dazu, sie selbst zu entfernen.

 

Eine Stielwarze ist eine rund ein bis fünf Millimeter kleine Hautwucherung am Hals, in der Achselhöhle oder der Leistengegend – was aussieht und auch heißt wie eine Warze, ist im Grunde genommen keine, da sie nicht durch Viren verursacht wird. Stielwarzen sind gutartige Wucherungen des Bindegewebes, in der Dermatologie als weiches Fibrom oder Akrochordon bekannt. Was medizinisch gesehen ungefährlich ist, sieht unschön aus. Insbesondere wenn es nicht nur bei einer bleibt, denn: Eine Stielwarze kommt selten allein.

 

Stielwarzen entstehen durch übermäßiges Wachstum von Hautzellen. Nur warum sie vermehrt wuchern, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. Deshalb kann man auch keine prophylaktischen Maßnahmen ergreifen. Sie entstehen bevorzugt in Arealen wie Hals, Achseln oder der Leistengegend an. Sogar am Augenlid zeigen sie sich manchmal. Und das bei Frauen und Männern gleichermaßen. Teilweise geht es damit schon in der Pubertät los. Doch die meisten dieser weichen Hautknötchen bilden sich jenseits des 30. Lebensjahres. Stielwarzen mögen das Alter: So gibt es kaum einen Best Ager, der nicht ein paar Stielwarzen sein Eigen nennt.

 

Um auf Nummer sicher zu gehen, dass es sich tatsächlich um eine echte Stielwarze handelt, gilt es, genau hinzusehen. Am besten mittels Lupe oder Vergrößerungsspiegel. Denn die kleinen Hautknötchen haben ganz bestimmte Eigenschaften. Ihre Farbe ist identisch mit dem restlichen Hautton, manchmal auch ein wenig dunkler. Sie sind weich und biegsam. Ganz gleich in welche Richtung sie bewegt werden: Es tut nicht weh. Auch beim bloßen Berühren verursachen sie keine Schmerzen. Und wie ihr Name schon sagt, ragen sie auf einem kleinen, schmalen Stiel aus der Haut.

 

Abschneiden, abrasieren, abbinden?

 

Besser nicht! Es gibt die verrücktesten Mittel eine Stielwarze selber zu entfernen. Die meisten davon sind jedoch nicht zu empfehlen: Die Stielwarze ist sehr zellreich und gut durchblutet. Schneidet man sie ab oder geht mit dem Rasierer darüber, kann das eine langwierige Blutung zur Folge haben. Das Abbinden mit einem Faden, den man jeden Tag fester zieht, hat den Zweck, der Stielwarze die Blut- und Nährstoffzufuhr zu kappen. Allerdings entfernt man sie so nicht rückstandslos, es bleibt oft ein kleiner Rest des Stiels zurück.

 

Wortie spezial: Stielwarze on ice!

 

Was man von der Behandlung „echter“ Warzen schon lange kennt, das gibt es auch für die Entfernung von Stielwarzen: die bewährte DIY-Kryotherapie mit dem apothekenexklusiven, nicht verschreibungspflichtigen Medizinprodukt Wortie spezial von Hennig Arzneimittel. Durch die Kälte werden das Gewebe und die Blutgefäße der Stielwarze zerstört und sie fällt nach einiger Zeit von selber ab. Darunter kommt glatte Haut zum Vorschein. Lässt man Stielwarzen aus rein kosmetischen Gründen allerdings beim Hautarzt entfernen, werden hier Kosten zwischen 50-70 Euro fällig, die als Selbstzahlerleistung getragen werden müssen.

 

Quellenverweis: Yupik PR Köln/ medicalpress.de

Weiterführende Informationen: www.wortie-hennig.de

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