Expertenforum


REVIDERMS Wirkstofftrends 2019: Von Healthy Aging bis Medical Beauty

Schöner, jünger und gesünder? - die Megatrends aus Bioscience, Pharmaforschung und Medizintechnik
Schöner, jünger und gesünder? - die Megatrends aus Bioscience, Pharmaforschung und Medizintechnik

EXPERTENFORUM

Der Hightech-Kosmetikmarkt boomt und hat auch 2019 eine Fülle an zukunftsfähigen Innovationen im Gepäck. Dr. Sabine Gütt, REVIDERM-Fachexpertin und Kosmetologin, eröffnet einen Ausblick auf vier neue Konzepte und Megatrends im globalen Beauty Biz.

Im vergangenen Jahr gab es im Kosmetikbereich nicht nur etliche Innovationen, sondern auch viele umwälzende Veränderungen in Sachen Wirkstoff. Den auf internationalen Rohstoffmessen in Europa, Nordamerika und Asien vorgestellten Neuheiten sowie führenden Trendanalysten zufolge werden sich immer mehr „Healthy Aging“-Konzepte etablieren. Die Schutzstoffe gegen schädliche Umwelteinflüsse, oftmals mit spezifizierten „Protection“-Claims gekennzeichnet, sollen in Zukunft zum neuen Megatrend werden. Aber auch andere Wirkstoffneuheiten sind im Jahr 2019 auf dem Vormarsch und haben sogar das Potenzial, manche Evergreens vollständig abzulösen.

 

Trend 1: Healthy Aging

 

Bei „Healthy Aging“-Konzepten nutzt man Wirkstoffe zum Schutz vor Strahlenemission, Feinstaub sowie sonstiger Umweltverschmutzung. Aber auch Strategien zum Erhalt der natürlichen Hautflora sowie zur „Entgiftung“ der Haut zählen dazu. Dominiert wird die Rubrik aktuell von Wirkstoffen gegen Blue Light Emission, wenngleich die Forschung um schädliche Auswirkungen hier noch am Anfang steht. Blaues Licht mit einer Wellenlänge zwischen 380 bis 500 nm ist der natürliche Teil des Sonnenlichts. Durch die zunehmende Verwendung von Laptops, PCs, Smartphones, Fernsehgeräten, Neonröhren und LEDs erhöht sich der oxidative Stresslevel der Haut, die Entstehung von Hyperpigmentierungen wird begünstigt, insbesondere bei dunklen Fototypen, und der Abbau des Hautgewebes vorangetrieben. Kosmetische Wirkstoffe für „Blue Light Protection“, wie zum Beispiel Eisenoxide oder Schmetterlingsflieder, verfolgen daher das Ziel, auf die Haut auftreffendes Licht zu reflektieren, zu absorbieren oder die im Übermaß vorhandenen freien Radikalen zu neutralisieren.

 

Trend 2: De-Stress

 

Sogenannte De-Stress-Konzepte boomen gerade auf allen Kontinenten und richten sich gezielt an Menschen mit hektischem Lebensstil. Ob Eile in der Arbeit, Überaktivität in der Freizeit oder das Phänomen der „hyper-connected world“, das einem vermeintlich vorgaukelt, ständig präsent und online sein zu müssen: Stressfaktoren werden für die Haut immer häufiger zum Problem, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund. Wirkstoffe, die die Haut wieder in Balance bringen sollen, stehen daher gerade ganz hoch im Kurs. Dabei werden Klassiker zur Hautberuhigung (zum Beispiel Aloe Vera, Kamille) von Wirkstoffen abgelöst, die neurokosmetisch wirksam sind und mancherorts als „Good Feeling Ingrediens“ bezeichnet werden (wie beispielsweise Palmitoyl Tripeptide-8 oder Acetyl Tetrapeptide). Unter neuroaktiven Stoffen oder Neurokosmetika versteht man Substanzen, die eine Modulation von Neurotransmittern erwirken und die Toleranzschwelle der Haut erhöhen. Wohlgefühl und Hautkomfort werden gesteigert, unangenehme Empfindungen minimiert.

 

Trend 3: Customized Beauty

 

Ein weiterer wichtiger Trend sind personalisierte, maßgeschneiderte Wirkstoffkonzepte. Hierbei stehen die individuell unterschiedlichen Hautbedürfnisse des Einzelnen im Vordergrund. Glaubt man den Prognosen, wird dieser Trend durch digitale und technologische Innovationen auch noch weiter vorangetrieben. Bestes Beispiel sind bereits jetzt Apps („connected consumer“) oder Analyzer, die durch Messung der Haarqualität, des Feuchtigkeitsgehalts und der natürlichen Farbe das optimale Haarfärbemittel mitsamt Anschlusspflege bestimmen. Aber auch Make-ups und Parfums lassen sich der Einzigartigkeit des Einzelnen anpassen - auch „Perfect Fit“ genannt. Ziel ist es, die Abfolge kosmetischer Produkte perfekt auf die Konsumenten anzupassen. Zukünftig werden noch weitere solcher Konzepte unter Berücksichtigung des individuellen spezifischen Hautzustands sowie der Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen Gruppe erwartet.

 

Trend 4: Medical Beauty & Skin Rejuvenation

 

Im Segment Dermokosmetik erleben evidenzbasierende Wirkstoffe, vor allem Evergreens wie Vitamin A und C, gerade eine absolute Renaissance. Der große Unterschied: Um eine bessere Abgabe an und gezielterer Penetration in die Haut zu ermöglichen und um die enthaltenen Vitamine stabiler zu halten, werden die Molekülstrukturen und -systeme zur Verkapselung optimiert. Auf diese Weise lassen sich bisherige Probleme aus dem Weg räumen. Bestes Beispiel: Retinol, das die Haut lichtsensibel macht und daher während des Anwendungszeitraums einen hohen Lichtschutz erfordert. Außerdem kann Retinol stark hautirritierend wirken, sofern es nicht bereits aufgrund von Hitze oder Sonnenlicht an Wirksamkeit verloren hat. Eine moderne Alternative bieten u. a. Polymer-Mikrokapseln, die das Retinol einschließen, stabil halten und erst durch mechanischen Druck beim Auftragen auf die Haut freisetzen.

 

Quellenverweis: © REVIDERM/ ROUGE Public Relations

 

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Gesunderhaltung im Alter

© Dr. Gabriele Becker, Dipl.-Gerontologin an der Universität Heidelberg
© Dr. Gabriele Becker, Dipl.-Gerontologin an der Universität Heidelberg

EXPERTENFORUM

Experten-Interview zum Thema mit Dr. med. Gabriele Becker, Dipl.-Gerontologin am Institut für Gerontologie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg

Wie hoch ist unter den derzeitigen Bedingungen die durchschnittliche Lebenserwartung?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt beträgt nach den Zahlen von 2010 für Männer ca. 78 Jahre, für Frauen ca. 82 Jahre. Die Ursache für den Anstieg der Lebenserwartung lag bis Mitte der 60er Jahre in einer erfolgreichen Bekämpfung der Kindersterblichkeit bzw. von Infektionskrankheiten. Danach sorgte vor allem der Zugewinn an Jahren bei den höheren Altersgruppen über 60 Jahren für einen stetigen Anstieg der Lebenserwartung. Hauptgrund ist hier der Rückgang der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einen hohen Zugewinn findet man besonders unter Hochaltrigen (80+). Wurde bereits ein Alter von 80 Jahren erreicht, beträgt die fernere Lebenserwartung in den westlichen Ländern bei Männern bis zu 8½ Jahre, bei Frauen bis zu 11 Jahre. Hier schneidet Deutschland vergleichsweise schlecht ab: Als Ursache werden weniger positive Entwicklungen in Prävention und Gesundheitsversorgung hierzulande als in erfolgreicheren Ländern wie Japan, USA und Frankreich diskutiert.

 

Warum haben Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Dies hat seine Ursachen sowohl in biologischen als auch in psychosozialen Gründen. Frauen haben ein geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionskrankheiten zu sterben. Hier spielt der Schutz durch das Östrogen eine wichtige Rolle, zumindest bis zur Menopause. Das zweite x-Chromosom scheint ein genetischer Vorteil zu sein. Frauen sind bei der Gesundheitsvorsorge gewissenhafter. Bei Männern führt ein riskanterer Lebensstil zu einer höheren Sterblichkeit. Der Gebrauch von Alkohol, Nikotin und anderen Suchtmitteln ist höher, es gibt bei Männern ein höheres Risiko tödlicher Unfälle. In den letzten Jahren konnte eine Annäherung der Lebenserwartung von Frauen und Männern beobachtet werden. Frauen gefährden ihr bislang geringeres Risiko durch einen erhöhten Tabakkonsum und die damit verbundene steigende Sterblichkeit an Lungenerkrankungen.

 

Mit welchen körperlichen Beeinträchtigungen müssen wir im Alter rechnen?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Als Folge der steigenden Prävalenz chronisch degenerativer Erkrankungen steigt auch das Risiko funktioneller Beeinträchtigungen. Im Alter muss mit Einschränkungen in der Mobilität, sowohl inner- als auch außerhäuslich, gerechnet werden. Die Selbstversorgung kann betroffen sein, darunter fallen Körperpflege, Toilettengang, An- und Auskleiden. Sensorische Einschränkungen wie Schwerhörigkeit und Sehbehinderung sind im Alter sehr häufig. In den letzten Jahrzehnten ist das Eintrittsalter von körperlichen Einschränkungen oder von Pflegebedürftigkeit immer weiter angestiegen. Mit der höheren Lebenserwartung sind sowohl mehr behinderungsfreie Lebensjahre als auch mehr Jahre mit körperlichen Einschränkungen verbunden.

 

Gibt es Krankheiten, für die Frauen im Alter anfälliger sind als Männer?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Bei Frauen über 65 Jahren wird eine höhere Multimorbidität als bei Männern beobachtet (16,4 % vs. 8,9 %). Frauen haben ein deutlich höheres Pflegerisiko als Männer, ihr Pflegebedarf wächst im Alter deutlich schneller als bei Männern. Vergleicht man die Todesursachenstatistik, wird deutlich, dass Frauen fast doppelt so häufig an Herzinsuffizienz versterben als Männer (7,9 % vs. 4,6 %). Unter den Diagnosen nach Krankenhausaufenthalt sind bei Frauen Erkrankungen des Muskuloskeletalsystems häufiger (insbesondere Schenkelhalsfrakturen und Arthrosen). Bei der Demenz ist das Erkrankungsrisiko höher als bei Männern. Dies ist vor allem auch eine Folge davon, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und dabei chronisch degenerative Erkrankungen, die nicht unmittelbar letal sind, an Bedeutung gewinnen.

 

Gibt es Krankheiten, für die Männer im Alter anfälliger sind als Frauen?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Während die chronische ischämische Herzkrankheit bei Männern und Frauen gleich häufige Todesursache ist (9,7 % vs. 9,5 %), versterben Männer deutlich häufiger an Herzinfarkten. Ca. 3½ mal so häufig als bei Frauen führt eine bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge bei Männern zum Tode (6,9 vs. 1,9 %), bei der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit ist der Anteil bei Männern gegenüber Frauen ebenfalls deutlich erhöht (4,1 % vs. 2,5 %).

 

Weshalb sind Infekte im hohen Alter gefährlicher?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Infekte im hohen Alter, es handelt sich meist um Pneumonien, akute Formen chronischer Bronchitiden und Harnwegsinfekte, sind aus vielen Gründen gefährlicher als im mittleren Lebensalter. Die Infektionsanfälligkeit ist im Alter erhöht, da die Immunabwehr geringer wird. Die Diagnostik und das so wichtige schnelle therapeutische Eingreifen sind wegen atypischer Symptompräsentation erschwert. Infektionen sind im hohen Alter schwerer zu therapieren: Die Auswahl geeigneter Antibiotika ist eingegrenzt durch ein verändertes Keimspektrum (vermehrt auftretende multiresistente Keime) und durch die im Lauf des Lebens erworbenen Antibiotikaallergien. Die therapeutischen Möglichkeiten sind häufig eingeschränkt durch die alterstypische Multimedikation und Wechselwirkungen mit Dauertherapien. Infektionen verlaufen aber auch deshalb schwerer, weil die Kreislauf- und Stoffwechselsituation beim alten Menschen fragiler ist und der Organismus weniger gut in der Lage ist, Belastungen zu kompensieren.

 

Gibt es typische „Alterskrankheiten“?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Die Krankheitssituation im Alter ist durch zwei Charakteristika gekennzeichnet: eine erhöhte Prävalenz chronisch degenerativer Erkrankungen und Multimorbidität, das Auftreten mehrerer Erkrankungen gleichzeitig. Die wichtigsten pathologischen Entwicklungen, durch die die Gesundheit des älteren Menschen geprägt wird, sind Arteriosklerose, Osteoporose und Arthrosen. Dazu kommen noch die mit dem Alter häufig verbundenen kognitiven Einschränkungen. Typische Krankheiten für ein höheres Alter sind deshalb Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, muskuloskeletale Erkrankungen und Demenz. Bei vielen dieser Erkrankungen steigt das Erkrankungsrisiko exponentiell mit dem Alter an.

 

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind ab welchem Alter nötig?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Die wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sollten regelmäßig im Rahmen eines Gesundheitschecks durch den Arzt kontrolliert und gegebenenfalls therapiert werden: Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Körpergewicht. Der Gesundheitscheck sollte ab 35 Jahren mindestens alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die Krebsfrüherkennung ist ein Angebot der Krankenkassen, das je nach Krebsart ab einem bestimmten Alter beansprucht werden kann. Bereits ab dem Alter von 20 Jahren wird beispielsweise Frauen die Krebsfrüherkennung von Gebärmutterhalskrebs empfohlen, ab 30 Jahren beginnt die Krebsfrüherkennung von Brustkrebs. Bei Männern sollte ab 45 Jahren die Krebsfrüherkennung von Prostatakrebs beginnen. Hautuntersuchungen sind ab 35 Jahren empfohlen, ab dem Alter von 50 Jahren sollte die Früherkennung von Darmkrebs regelmäßig erfolgen. Zahnmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind altersunabhängig zweimal im Jahr zu empfehlen. Auch die Impfprophylaxe gehört zur Gesundheitsvorsorge: Alle zehn Jahre Auffrischung gegen Diphtherie, Tetanus, neuerdings auch mit Keuchhusten-Impfstoff kombiniert. Personen ab 60 Jahren sollten jährlich die Grippeimpfung bekommen und eine Impfprophylaxe gegen Pneumokokken erhalten. Diese allgemeinen Empfehlungen müssen bei individuellen Gefährdungslagen entsprechend erweitert werden, zum Beispiel bei der familiären Häufung bestimmter Krebsarten oder speziellen beruflichen Expositionsrisiken.

 

Was kann ich selbst tun, um im Alter gesund und fit zu sein?

 

Dr. med. Gabriele Becker: Für die Erhaltung von Gesundheit und Fitness wird eine Kombination aus gesunder, mediterran orientierter Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, regelmäßiger Bewegung, ausreichendem Schlaf, regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsprophylaxe, moderatem Alkoholgenuss, Rauchverzicht und dem Vermeiden oder der gezielten Bewältigung von Stress empfohlen. Geistige Fitness bewahrt man nicht nur durch kognitives Training. Zur Demenzprophylaxe gehört auch ausreichende und regelmäßige körperliche Bewegung, eine gute Ernährung (wichtig sind Polyphenole, zum Beispiel in Obst und Gemüse), regelmäßiger Koffeingenuss und außerdem die Pflege sozialer Kontakte, die Anregung und Wohlbefinden vermitteln. Natürlich gehört auch zur Erhaltung der Gesundheit im Alter, selbstverantwortlich auf die körperliche und seelische Gesundheit zu achten und die Möglichkeiten der gesundheitlichen Versorgung zu nutzen.

 

Quellenverweis: Das Experteninterview führte medicalpress.de.

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Was gehört in die Reiseapotheke?

© Erika Fink, Apothekerin und Referentin der Landesapothekerkammern
© Erika Fink, Apothekerin und Referentin der Landesapothekerkammern

EXPERTENFORUM

Experteninterview zum Thema mit Erika Fink,

Apothekerin und Referentin in der bundesweiten Fort- und Weiterbildung in verschiedenen Landesapothekerkammern

Durchfall ist eine der häufigsten Erkrankungen auf Reisen. Wie kann ich sie vermeiden oder behandeln?

 

Erika Fink: Wir müssen unterscheiden zwischen einem infektiösen Durchfall, der durch sorgfältige Hygiene weitgehend vermieden werden kann, und einem Durchfall, der sich daraus ergibt, dass man ungewohnte Nahrungsmittel nicht verträgt. Infektionen vermeidet man durch Händewaschen, Essen von ausschließlich hitzebehandelten Nahrungsmitteln und Trinken von abgefüllten Getränken und nicht etwa Leitungswasser. Wenn trotzdem Durchfall eintritt, ist er meist mit einem desinfizierenden Durchfallmittel gut zu behandeln. Antibiotika können schlimmstenfalls erforderlich sein, das muss aber im Einzelfall entschieden werden. An die ungewohnte Nahrung gewöhnt man sich normalerweise innerhalb von zwei bis drei Tagen. Vorsichtshalber sollte man in den ersten Tagen etwas essen, das man schon kennt und dann mutiger werden.

 

Was sollte außer einem Mittel gegen Durchfall in einer guten Reiseapotheke zu finden sein?

 

Erika Fink: Auf jeden Fall die Arzneimittel, die man sowieso einnehmen muss. Darüber hinaus ein Schmerzmittel, das auch gegen Fieber hilft, ein Mittel, das gleichzeitig gegen Hautrötungen, Sonnenbrand, Insektenstiche und Allergien hilft, ein Haut- und Händedesinfektionsmittel, Sonnenschutz, eventuell ein Mittel zur Insektenabwehr, ein Mittel gegen Verstopfung, wenn man dazu neigt und Pflaster plus Mullverband. Das ist erst einmal die Grundausstattung. Für Spezialurlaube wie Taucher- oder Wanderurlaub muss diese Reiseapotheke noch entsprechend ergänzt werden.

 

Sollte die Reiseapotheke vor jeder Reise erneuert werden?

 

Erika Fink: Selbstverständlich. Die Arzneimittel haben ein Verfallsdatum. Das gilt allerdings nur für die nicht angebrochene Packung und für eine Aufbewahrung unter 25°C bis 30°C. Die Reiseapotheke ist also daheim zu überprüfen und angebrochene Produkte wie Cremes und Flüssigkeiten gegebenenfalls zu entsorgen. Tabletten, die einzeln versiegelt sind, müssen entsorgt werden, wenn die Temperatur von 25°C bis 30°C überschritten wurde. Für Kühlartikel gelten strengere Vorschriften. Das steht dann auf der Packung.

 

Welche Impfungen empfehlen Sie unabhängig vom Reiseziel?

 

Erika Fink: Gegen Tetanus, Diphterie, Masern und Hepatitis sollte jeder geimpft sein. Jüngere Personen haben in der Regel auch eine Impfung gegen Keuchhusten, Windpocken, HIB und Kinderlähmung, Mädchen auch gegen Gebärmutterhalskrebs. Wichtig ist auch die Impfung gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung, die jährliche Grippeimpfung und die Impfung von älteren Menschen gegen Lungenentzündung. Generell sind bei uns immer noch zu wenige Menschen mit einem vollständigen Impfschutz versehen. Wir müssen daran arbeiten, dass sich das ändert.

 

Quellenverweis: Das Fachinterview führte medicalpress.de.

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Im Fokus: Akne und Hautunreinheiten

© Dr. med. Guido Siebenhaar, Hautarztpraxis Solingen
© Dr. med. Guido Siebenhaar, Hautarztpraxis Solingen

EXPERTENFORUM

Experteninterview zum Thema Akne mit Dr. med. Guido Siebenhaar, Dermatologe und Allergologe, Hautarztpraxis Solingen

Warum tritt Akne im Frühjahr massiver auf?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Akne vulgaris tritt im Frühjahr nicht häufiger auf als in anderen Jahreszeiten. Hier geht es viel mehr um die sogenannte "Mallorca-Akne", welche mit Zunahme der UV-Strahlung durch die Sonne in Kombination mit fettreichen Cremes auftreten kann und in den Bereich der Sonnenallergien gehört. Im Rahmen der Akne vulgaris wirkt UV-Licht eher begünstigend auf die Haut ein - was aber nicht zum unkontrollierten Sonnenbaden auffordern soll!

 

Was ist der neueste Behandlungsstand?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Behandlung der Akne wird heutzutage meist mit Kombinationspräparaten durchgeführt: z. B. Benzoylperoxid mit Lokalantibiotikum oder Retinoid. Es geht hierbei um eine Regulierung der Talgproduktion, die Haut soll in einem gewissen Rahmen bei der Indikation Akne ausgetrocknet werden. Die Lokalantibiotika sollen die Keimflora, welche die entzündlichen Prozesse der Pickel anschieben, vermindern. Auch Peelingbehandlungen (z. B. Fruchtsäuren) führen durch leichte Abschilferung der obersten Hautschicht zu einem Öffnen der Poren und einer deutlichen Verminderung der Unreinheiten/ Komedonen. Ebenso kann die Ernährung einen Einfluss auf die Akne haben: fettreiche Ernährung kann den Schweregrad deutlich negativ beeinflussen. Handelt es sich um eine schwerere Form der Akne, insbesondere mit Vernarbung oder eine besonders großflächige Ausbreitung, so kommt die Einnahme von Tabletten/ Kapseln in Betracht, entweder mit Antibiotika oder Retinoiden, bei Frauen auch mit oralen Kontrazeptiva.

 

Topisch und/ oder operativ?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Therapie der Akne sollte immer auch topisch erfolgen. Systemische Therapien (Medikamente) oder operative Eingriffe bleiben schweren Formen vorbehalten, beispielsweise beim Auftreten von Abszessen oder bei der Akne inversa, welche gerne die Leisten oder Axillen betrifft.

 

Wie behandeln Sie Akne bei Jugendlichen gegenüber Erwachsenen?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Die Aknetherapie unterscheidet sich nicht zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Es kommt auf die Form, den Schweregrad und die Ausbreitung der Akne an, nach welchen sich die Therapie richtet. Medikamentöse Therapien müssen gut aufgeklärt werden, bevor sie eingesetzt werden - insbesondere wenn es sich um Retinoide handelt.

 

Gibt es neue wissenschaftliche Untersuchungen und Studien?

 

Dr. Guido Siebenhaar: Neuere wissenschaftliche Studien befassen sich mit dem Thema Akne und Ernährung, hier können Zusammenhänge insbesondere zu fetthaltiger Kost festgestellt werden. Ebenso befassen sich neuere Studien mit der Kombinationen topischer Therapien, wo als effektivste Form verschiedene Kombinationen aus den drei Wirkstoffen/ Wirkstoffklassen Benzoylperoxid, topische Retinoide und topische Antibiotika herausgestellt werden. Weiterhin gibt es Studien zur effektiven Behandlung verbliebener Aknenarben mittels fraktionierter Lasertherapie, die verbliebenen "Krater" können signifikant geglättet werden. Auch gibt es Therapieversuche mit einer aus der Rosazeatherapie stammenden, niedrigeren Doxyzyklindosierung, welche mitunter gute Ergebnisse zeigt.

 

Quellenverweis: Das Experteninterview führte beautypress.de/ Yupik PR.

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Was tun bei Kopfhautschuppen?

© Dr. Siân Morris, Expertin head & shoulders-Forschung
© Dr. Siân Morris, Expertin head & shoulders-Forschung

EXPERTENFORUM

Fachinterview zum Thema Haarschuppen mit Dr. Siân Morris, wissenschaftliche Expertin head & shoulders-Forschung

Wie entstehen Schuppen?

 

Dr. Siân Morris: Die menschliche Haut erneuert sich ständig, im Durchschnitt dauert der Prozess einer kompletten Erneuerung vier Wochen, wobei die Haut kontinuierlich abgestorbene, mikroskopisch kleine Hautzellen an ihrer Oberfläche abstößt. Wird das Gleichgewicht der Haut gestört, kann sich dieser Prozess auf nur wenige Tage verkürzen, was dazu führt, dass die Zellen an der Oberfläche zu großen Verbänden verklumpen, die dann die sichtbaren Schuppenbilden. Besonders Juckreiz ist bei vielen Menschen eines der ersten Anzeichen für Schuppen und eine aus der Balance geratene Kopfhaut. Er ist ein natürlicher Schutzmechanismus und dient ursprünglich dazu, die Ursachen der Irritationen von der Hautoberfläche zu entfernen. Die Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt der Botenstoff Histamin – er signalisiert dem Gehirn das Bedürfnis zu jucken, um damit auf Hautirritationen aufmerksam zu machen. Da jedoch bei Kopfhautproblemen wie Schuppen der Grund der Irritation nicht durch Kratzen entfernt werden kann, verschafft das Kratzen nur eine kurzzeitige Linderung.

 

Welche Ursachen gibt es?

 

Dr. Siân Morris: Die Ursachen von Kopfhautproblemen mit Schuppenbildung sind die Talgproduktion, der Pilz Malassezia globosa und die Reaktionen der Haut auf die Präsenz des Pilzes. Die Irritation der Kopfhaut kann durch andere externe Faktoren noch verstärkt werden. Zu diesen Faktoren gehören Stress, häufiger Wechsel der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese Faktoren kommen besonders oft im Winter zusammen und daher werden vielfach die Probleme mit Schuppen in der kalten Jahreszeit vermehrt wahrgenommen.

 

Gibt es eine Personengruppe, die besonders anfällig ist?

 

Dr. Siân Morris: Rund 50 Prozent der Menschen werden mindestens einmal in ihrem Leben mit Kopfhautproblemen konfrontiert. Das Auftreten von Schuppen ist unabhängig vom Geschlecht, da sich die grundlegenden Faktoren, die Schuppen auslösen, bei Männern und Frauen nicht unterscheiden. Schuppen treten typischerweise zum ersten Mal in der Pubertät auf und sind ein chronisches Phänomen. Daher muss die Kopfhaut regelmäßig gepflegt und behandelt werden, damit die Symptome dauerhaft gelindert werden und die Kopfhaut in ihren Normalzustand zurückgebracht wird und auch verbleiben kann.

 

Was kann man gegen Schuppen tun?

 

Dr. Siân Morris: Um Juckreiz und Schuppen nachhaltig entgegenzuwirken, sollten Haar und Kopfhaut möglichst regelmäßig, ideal wäre täglich, mit head & shoulders gewaschen werden. Die regelmäßige Erneuerung des Hautschutzes durch den speziellen head & shoulders Wirkstoff ZPT(Zinkpyrithion) führt dazu, dass die Ursache und auch die Symptome der Schuppenbekämpft werden.

 

Kann man Schuppen vorbeugen?

 

Dr. Siân Morris: Um eine möglichst schnelle und auch langanhaltende Linderung der Kopfhautprobleme zu ermöglichen, wird die Formulierung von head & shoulders beständig optimiert. Der Wirkstoff ZPT wird effizient und gezielt in den oberflächennahen, talgreichen Anteil des Haartrichters, das sogenannte Infundibulum, gebracht. Denn der Hefepilz Malassezia globosa siedelt sich bevorzugt auch in den Poren der Kopfhaare an. Sie bieten ihm Schutz, um die Behandlungsversuche zu überdauern und die Kopfhaut rasch wieder zu besiedeln.

 

Welche Pflegeprodukte empfehlen Sie bei trockener Kopfhaut und Schuppen?

 

Dr. Siân Morris: Für eine substanzielle Veränderung der Kopfhaut ohne lästige Schuppen und Juckreiz sollte man generell auf schonende Pflegeprodukte setzen. Die head & shoulders Pflegevariante Milde Pflege bei juckender Kopfhaut mit Eukalyptus-Extrakt und verbesserter Formulierung wurde extra für eine sanfte, aber dennoch gründliche Reinigung entwickelt.

 

Gibt es besonders effektive Pflegeprodukte oder neue Behandlungsmöglichkeiten?

 

Dr. Siân Morris: Die bewährte HydraZinc-Formel befreit bereits ab der ersten Anwendung für bis zu 72 Stunden von Juckreiz und bewirkt bei regelmäßiger Verwendung sogar eine substanzielle Verbesserung des Kopfhautzustandes. Trockenheit und Spannungsgefühle werden vermindert und die Kopfhaut beruhigt. Die speziell optimierte ProClean-Technologie in den Shampoos ermöglicht eine verbesserte Reinigungswirkung des Haares und der Kopfhaut, während das Produkt auch einen um 63 Prozent höheren Pflegefaktor hat, der dabei hilft, gesundes und gut aussehendes Haar wiederzuerlangen.

 

Quellenverweis: Das Fachinterview führte beautypress.de.

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