Hautlexikon


Effloreszenzen - Krankhafte Hautveränderungen

Effloreszenzen - krankhafte Hautanomalien
Effloreszenzen - krankhafte Hautanomalien

HAUTLEXIKON

Effloreszenzen, veraltet "Hautblüte", sind in der Dermatologie krankhafte Hautveränderungen. Wir stellen Ihnen eine kleine Auswahl von weit verbreiteten Hautanomalien vor. 

Wesensmerkmale von krankhaften Hautveränderungen

 

1. Talgdrüsenhyperplasie:

  • Haut- bis gelbfarbige, häufig gebuchtete Papeln
  • Erscheinen erst nach dem 35. Lebensjahr, oft bei Seborrhoe (fettige, unreine Haut)
  • Vermehrt an Gesicht, Stirn, seitlichen Wangenpartien, auch bei Männern
2. Hirsutismus/ Hypertrichosis:
  • Verstärkte Körperbehaarung bei Frauen nach männlichem Muster = Überbehaarung
  • Vermehrt im Gesicht, Hals-, Nacken- und Rückenbereich, auch an Extremitäten
3. Xanthelasmen:
  • Lipideinlagerungen in der Lidhaut des Auges, am inneren Augenwinkel
  • Gelblich-weiße, mitunter leicht erhabene Papeln, Behandlungserfolge mit Lasertherapie
4. Hyperkeratosen:
  • Übermäßige Verdickungen der Hornschicht der Epidermis, vermehrte Schuppenbildung
5. Teleangiektasien:
  • Erweiterte, vereinzelte Kapillargefäße bei dünner Epidermis, häufig bei zarter, trockener Haut (auch bei Couperose, Rosacea)
  • Andauernde Hitze verstärkt Hautbild, Sauna und intensiven Sonnengenuss meiden!

6. Rhagade:

  • Tiefer, schmaler Hauteinriss, spaltförmige Durchtrennung aller Hautschichten
  • Schmerzhafte Fissur bei Hyperkeratosen, häufig bei Psoriasis in kalter Jahreszeit
7. Lichenifikation:
  • Flächenhafte, lederartige, zum Teil wulstige Verdickung der Haut bei chronischen Hauterkrankungen 
  • Verminderung der Elastizität, Vertiefung des Hautreliefs
8. Hyperpigmentierung:
  • Verstärkte, großflächige Einlagerung des Hautfarbstoffs Melanin
  • Angeborene oder erworbene Dunkelverfärbung der Haut oder Schleimhaut
  • Vermehrte Melaninausschüttung nach entzündlichen Hauterkrankungen, nach hormonellen Veränderungen
9. Hypopigmentierung:
  • Verminderte Pigmentansammlung, insbesondere der Haare der betroffenen Hautareale
10. Exkoriation:
  • Erosion, Epitheldefekt und Verlust der oberen Epidermiszellstruktur
  • Epidermale und dermale Hautabschürfung mit Punktblutungen
  • Vielfach durch Kratzen ausgelöst, narbenlose Abheilung ist möglich /CR
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Atopische Dermatitis

Atopische Dermatitis und atopisches Ekzem
Atopische Dermatitis und atopisches Ekzem

HAUTLEXIKON

Was ist eine atopische Dermatitis? Wir beleuchten für Sie die Wesensmerkmale der extrem trockenen, juckenden und ekzematischen Haut und geben geeignete Pflegetipps.

Atopische (endogene) Dermatitis – Trockene, schuppende Haut

 

1. Charakteristika:

  • Rötungen, Juckreiz, Schuppenbildung, mitunter nässende Ekzeme
  • Sensibilität und extreme Trockenheit
  • Störung der Hornhautbarriere (Verhornungsstörung)
  • Unzureichender Hydro-Lipid-Film, Abbau von Strukturproteinen und Enzymen
  • Häufigkeit von Allergenen, erhöhte Entzündungsanfälligkeit
  • Verbreitung von Mikroorganismen auf Haut und Schleimhaut (Bakterien, Pilze, Viren)
  • Weißer Dermographismus  (weiße Streifenbildung nach Kratzen)
  • Chronische Ausprägung von Psoriasis und Neurodermitis
2. Ursachen und begünstigende Faktoren:
  • Peelings und waschaktive Substanzen
  • Emulgatoren (z. B. in Reinigungsemulsionen) lösen Fette aus der Haut und weichen Schutzbarriere auf - besser: hauttypgerechte Reinigungsgele oder Reinigungsschaum 
  • Genetische Veranlagung
  • Immunologische Veränderungen und Umwelteinflüsse
3. Prävention und Behandlung:
  • Filmbildner schützen äußerlich, verlangsamen jedoch Hautaktivität
  • DMS-Cremes (Derma Membran Struktur)
  • Kosmetika mit Triglyceriden, Squalan, Phytosterinen, Ceramiden
  • Feuchthaltestoffe (u. a. Urea) lindern Juckreiz
  • Essentielle Fettsäuren (Gamma-Linolensäure, Linolsäure, Stearinsäure)
  • Ernährungsumstellung
  • Verzicht auf Farbstoffe und Silikone in Kosmetikprodukten
  • Verzicht auf Wolle, grobe Fasern und synthetische Bekleidung
  • Allergietests wie Pricktest und Epikutantest beim Dermatologen /CR
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Atrophische Haut

Atrophische Haut
Atrophische Haut

HAUTLEXIKON

Die atrophische Haut ist gekennzeichnet durch sichtbaren Spannkraftverlust und eine geringe Hautdicke. Wir beschreiben die Wesensmerkmale der reifen Altershaut und geben Behandlungstipps.  

Atrophische Haut - Reife, dünne Haut

 

1. Charakteristika:

  • Rapider Verlust von Hautelastizität, Erschlaffung
  • Abbau von Kollagen, Substanzverlust
  • Gewebeschrumpfung
  • Trockenheit und ausgeprägte Faltenbildung
  • Müdes, fahles, gespanntes und transparentes Hautbild
2. Ursachen und begünstigende Faktoren:
  • Intensive UV-Strahlung, Solariumbräune
  • Stress, Rauchen
  • Schlafmangel
  • Erbliche Bindegewebsschwäche
  • Langfristige Anwendung von Kortison-Präparaten
3. Prävention und Behandlung:
  • Massagen zur Aktivierung der Mikrozirkulation
  • Kosmetika mit Q 10 (Nanopartikel) und Kollagen 
  • Anregung des Fettsäurestoffwechsels
  • Produkte mit Grünem Tee, Hyaluronsäure, Aloe Vera, Phytohormonen
  • NMF (Natural Moisturizing Factor) liposomal verkapselt, Vitamin C, Vitamin A und Retinoide (Tretinoin)
  • Essentielle Fettsäuren (Omega-3-Säuren), u. a. in Leinöl, Weizenkeimöl, Traubenkernöl, Nachtkerzenöl, Hagebuttenkernöl /CR
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Seborrhoe und Akne

Was tun bei fettiger Haut?
Was tun bei fettiger Haut?

HAUTLEXIKON

Wie äußert sich das seborrhoische Hautbild bis hin zur entzündlichen Akne-Erkrankung und was kann man dagegen tun? Wir beleuchten Wesensmerkmale der fettigen, unreinen Haut und geben Ratschläge für die Hautpflege.

Seborrhoe und Akne – Fettige, unreine Haut

 

1. Charakteristika:

  • Vermehrte Talgsekretion, Funktionsstörung der Talgdrüsen und Haarfollikel
  • Komedonen (nicht entzündlich) und voranschreitende entzündliche Prozesse wie Papeln, Pusteln, Knoten (Akne) 
  • Störung der Hornhautbarriere (Verhornungsstörung = Hyperkeratosen)
  • Starke Schuppenbildung, unzureichende Durchblutung, fahler Teint
  • Gleichzeitige Neigung zu Psoriasis und ekzematischen Reaktionen
2. Ursachen und begünstigende Faktoren:
  • Aggressive Peelings und Reinigungsprodukte (Tenside/ Emulgatoren)
  • Mangelnde Körperhygiene und sparsamer Wassergebrauch bei der Gesichtsreinigung, dauerhafter Einsatz von Quick-Cleansern und Reinigungstüchern 
  • Falsche Ernährung (Fette, Fastfood, Säuren, Süßigkeiten und Schadstoffe wie Alkohol und Nikotin)
  • Hormonell bedingte hyperaktive Talgproduktion
  • Verstärkter Androgen-Einfluss in der Pubertät
3. Prävention und Behandlung:
  • Liposome in Nanopartikeln (in Lecithin) zur Bildung von Vitamin A („Akne-Vitamin“)
  • Vitamin A-Säure (Tretinoin), Azelainsäure gegen Hyperkeratosen
  • Kosmetika mit Aloe Vera, Hyaluronsäure, Panthenol, Vitamin E
  • Linolsäure (in Distel-, Soja-, Weizenkeim-, Traubenkern- und Sonnenblumenöl), auch als Omega-6-Fettsäure bekannt, früher Vitamin F
  • Gamma-Linolensäure (in Borretsch- und Nachtkerzenöl, schwarzen Johannisbeeren), auch gegen Neurodermitis-Symptome
  • Omega-3-Fettsäuren (in Kaltwasserfischen), aus Alpha-Linolensäure gebildet
  • Alpha-Linolensäure (in Lein-, Raps-, Hagebutten-, Walnuss- und Weizenkeimöl)
  • Verzicht auf Mineralöle in Kosmetikprodukten, da komedogen!
  • Schmerzmittel Aspirin meiden – hemmt Enzymproduktion
  • Kortison bremst Entzündungen, fördert jedoch atrophische Reaktionen (Strukturveränderungen der Kollagenfasern) nach vernarbenden Hauterkrankungen /CR
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