Hautpflege in den Wechseljahren

© Astrid Lang, Apothekerin und Gründerin der deutschen Apothekenmarke Juka d'Or
© Astrid Lang, Apothekerin und Gründerin der deutschen Apothekenmarke Juka d'Or

EXPERTENFORUM

Hitzewallungen, spontane Schweißausbrüche, innere Unruhezustände, dazu vermehrte Hauttrockenheit und ausgeprägte Mimikfalten - der Eintritt in das Klimakterium ist beileibe kein Zuckerschlecken! Was Frauen 45+ in der Menopause für ein ausgeglichenes Hautbild in Re-Balance berücksichtigen sollten, verrät Fachfrau Astrid Lang, Apothekerin und Markengründerin von Juka d'Or. 

Hormone beeinflussen uns ja ein ganzes Leben, aber gerade in den Umbruchphasen – Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit oder eben auch den Wechseljahren – spüren wir ihren Einfluss besonders. Neben Themen wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen, die die Frauen in die Apotheke führen, sind es oft auch Hautprobleme, bei denen diese den Rat der erfahrenen Apothekerin schätzen.

 

Frau Lang, was stört Frauen am meisten? Die Falten?

 

Astrid Lang: Ich würde sagen, die Falten stören weniger. Klar, die Haut neigt zunehmend dazu zu knittern und die Abdrücke des Kopfkissens verschwinden am Morgen langsamer als früher. Denn die Haut verliert an Elastizität und Spannkraft, an Volumen und Festigkeit. Aber viel häufiger höre ich, dass Frauen der Konturverlust und der fehlende „Glow“ stört.

 

Und woran liegt das?

 

Astrid Lang: Fehlender „Glow“ bedeutet einfach, dass das innere Strahlen der Haut fehlt. Ab 45 Jahren sinkt unser Jugendlichkeitshormon DHEA um bis zu 90 Prozent. Dieses Hormon dient unter anderem dazu, die hauteigene Hyaluronproduktion anzuregen. Hyaluron bindet Wasser und sorgt auch für das jugendlich-pralle Leuchten der Haut. Hier gilt es dann, durch die Hautpflege diesen Verlust auszugleichen.

 

Zurück zu den Falten. Was sind die Alternativen? Stehen lassen oder doch zur Spritze, sprich Botox, greifen? In Deutschland wurden 2016 rund 187.000 Botox-Behandlungen durchgeführt (Statista 2017). Sind solche Eingriffe wirklich nötig?

 

Astrid Lang: Da will ich kein moralisches Urteil fällen, das muss jede Frau für sich entscheiden. Mit Botox werden die behandelten Muskelpartien komplett gelähmt, die Mimik kann darunter oft stark leiden. Bio-Botox dagegen greift zwar an denselben Rezeptoren an, reduziert aber nur die Aktivität des Muskels, ohne ihn komplett zu lähmen. So bleibt die Mimik erhalten und man erzielt ein frisches, jugendliches Aussehen der Haut ganz ohne Maskeneffekt. Wir kombinieren in unseren hypoallergenen Juka d'Or-Produkten das Bio-Peptid Argireline und Parakresse, die beide als Bio-Botox bekannt sind. Sie hemmen die Mikroanspannungen der Haut und können so ihre Faltentiefe reduzieren.

 

Ähnlich wie in der Pubertät ist ja oft unreine Haut wieder ein Thema. 

 

Astrid Lang: Ja, auch das passiert tatsächlich oft. Die Haut ist aus der Balance – was ja auch nicht weiter verwundert, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Haut unser größtes Organ ist. Es ist also naheliegend, dass auch die Haut aus dem Gleichgewicht gerät, wenn Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auftreten.

 

Welche allgemeinen Tipps haben Sie noch für Frauen in den Wechseljahren?

 

Astrid Lang: Entscheidend ist vor allem die richtige Anwendung. Frauen in den Wechseljahren müssen noch konsequenter daran denken, ihre Gesichtshaut regelmäßig einzucremen: morgens, um sie den ganzen Tag vor äußeren Einflüssen zu schützen, und abends, um sie am Abend zu beruhigen und mit Nährstoffen zu versorgen. Wer bisher noch kein Serum verwendet hat, dem würde ich empfehlen, es nun in die Pflegeroutine zu integrieren. Seren enthalten bis zu dreimal so viele Wirkstoffe wie Cremes und können, dank besonders kleiner Moleküle, besser in die Haut eindringen. Am besten wird das Serum nach der Reinigung aufgetragen und anschließend die Tages- oder Nachtpflege. Das heißt aber nicht, dass man jetzt zig Produkte im Badezimmer haben muss und entsprechend viel investiert. Wir haben zum Beispiel bei unserer Dermokosmetik-Linie darauf geachtet, dass die Produkte multifunktional sind und dass Serum und Creme auch als Augenpflege verwendet werden können.

 

Dass Produkte vielseitig einsetzbar sind, finde ich auch deshalb so wichtig, weil Frauen in den Wechseljahren ja heutzutage „in den besten Jahren“ sind, beruflich oft auf der Höhe ihrer Karriere und viel unterwegs. Da finde ich eine unkomplizierte, verlässliche Pflege extrem wichtig, die auch dann funktioniert, wenn man viel reist und die Haut zusätzlich belastet wird. So ist es schon sehr praktisch, wenn die Reinigungsmilch auch mal ausnahmsweise als Bodylotion benutzt werden kann und die Gesichtscreme für Tag, Nacht und die Augenpartie gleichzeitig.

 

Das heißt, ein bisschen gilt schon: Mehr ist mehr?

 

Astrid Lang: Bei der Pflegeroutine: ja. Wie gesagt, Seren sollten ein Bestandteil der Pflege sein. Auch Handcremes kann man gerne mal dick auftragen und über Nacht einwirken lassen. Und auch das leider brüchiger werdende Haar braucht jetzt zweimal pro Woche eine Pflegekur. Nicht aber bei den Inhaltsstoffen. Da würde ich dazu raten, auf eine Pflege zu achten, die eine nicht allzu lange INCI-Liste aufweist. Die Zeiten, in denen man alle möglichen Cremes und Lotionen ausprobieren konnte, sind vorbei. Denn Inhaltsstoff-Experimente nimmt die Haut jetzt viel eher übel. Was ihr guttut, ist eine reichhaltigere, vitamin- und fettsäureangereicherte Basispflege, die den Fett- und Feuchtigkeitsverlust ausgleicht, die Schutzbarriere stärkt und keine Reizstoffe enthält. Ideal sind parfümfreie und dermatologisch getestete Gesichts- und Körpercremes mit Inhaltsstoffen wie Kollagen, Oligopeptiden und Hyaluron, daneben entzündungshemmende Pflanzenaktivstoffe wie Bisabolol, Calendula oder Weihrauch. Reinigungsprodukte sollten alkoholfrei sein, sonst trocknen sie zusätzlich aus.

 

Bei den Inhaltsstoffen heißt es: Weniger ist mehr! 

 

Astrid Lang: Außerdem gilt für jedes Alter: Wir haben nur eine Haut, seien wir also gut zu ihr! Das Beste, was wir unserer Haut antun können, ist der Verzicht auf allergene synthetische und petrochemische Zusätze wie Parfum, künstliche Farb- und Duftstoffe, PEGs, Silikon, Mineralöl oder Parabene. Zudem sollten auch immer Inhaltsstoffe verwendet werden, die die Haut optimal verwerten kann. Ein trockener Hauttyp beispielsweise profitiert deutlich mehr von pflegenden, rückfettenden Inhaltsstoffen wie Olivenöl oder Sheabutter als von unnötigen Mineralölen. Diese meist als Paraffine bezeichneten Öle sind ein Abbauprodukt aus der Erdölindustrie und müssten heute in wirklich keinem Pflegeprodukt mehr enthalten sein! Leider sieht die Kosmetikrealität oft noch anders aus.

 

Quellenverweis: Das Experteninterview führte k.u.k. kommunikation.

 

Die hochwertige Juka d'Or-Dermokosmetik ist bundesweit in Apotheken und online unter: www.juka-cosmetic.de erhältlich.   

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