Diabetes: Stoffwechselkrankheit mit Folgeschäden

Blutzuckertest zur Ermittlung der Glukose-Konzentration im Blut
Blutzuckertest zur Ermittlung der Glukose-Konzentration im Blut

GESUNDHEIT

Mehr als 425 Millionen Menschen weltweit sind derzeit an Diabetes mellitus erkrankt. In jeder Familie gibt es einen Betroffenen, so das besorgniserregende Fazit der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF). Am 14. November ist der jährliche Welt-Diabetes-Tag, der diesmal länderübergreifend das Leitthema "Familie und Diabetes" publik macht.

Schon seit 1991 besteht der Welt-Diabetestag der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er fällt jedes Jahr auf den 14. November – den Geburtstag von Frederick Banting, der 1921 gemeinsam mit Charles Herbert Best das Insulin entdeckte.

 

Was ist Diabetes?

 

Der in Oxford und London praktizierende Mediziner Thomas Willis diagnostizierte 1675 die Krankheit, wie bereits die fortschrittlichen Ärzte der Antike, anhand einer charakteristisch süßlichen Uringeschmacksprobe. Der Diabetes mellitus, kurz Diabetes oder Zuckerkrankheit, wird heute als Gruppe von Stoffwechselstörungen mit unterschiedlichen Ursachen spezifiziert. Zugrunde liegt eine Überzuckerung des Blutes, einhergehend mit Störungen des Zuckerstoffwechsels durch Insulinmangel in absoluter oder abgeschwächter Form. Seit 2009 unterscheidet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) neue Leitlinien zur Klassifikation der Erkrankung:

 

Typ-1-Diabetes liegt vor, wenn die Zerstörung der Betazellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zu einem absoluten Insulinmangel führt. Typ-2-Diabetes charakterisiert eine Insulinresistenz bis hin zu absolutem Insulinmangel im weiteren Krankheitsverlauf, gekoppelt an Störfaktoren des metabolischen Syndroms. Daneben existieren weitere, auch seltene spezifische Unterscheidungstypen, wie genetische Defekte, autoimmun oder medikamentös-chemisch resultierende Krankheitsauslöser.

 

In den meisten Fällen handelt es sich um Typ-2 Diabetes, der in vielen Fällen zu verhindern gewesen wäre, zum Beispiel durch regelmäßigen Sport sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Daher sieht es die IDF als ihre Aufgabe, Familien aufzuklären über die Risiken, die zu Diabetes Typ-2 führen. Denn: Nicht jeder hat Zugang zu Ernährungsschulungen und qualifizierter Gesundheitsberatung. Insbesondere in rückständigen Entwicklungsländern können sich viele Erkrankte ihre Insulininjektionen und Diabetes-Medikamente oft gar nicht leisten. Daher haben Prävention und Aufklärung oberste Priorität für die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

 

Worauf Diabetiker unbedingt achten sollten

 

Viele (Neu-)Diabetiker sind sich gar nicht bewusst über die Folgeschäden, die ihre Stoffwechselkrankheit mit sich bringen kann. Vor allem die Neuropathie – eine Schädigung des peripheren Nervensystems aufgrund dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte, ist noch immer vielen unbekannt. Dabei leidet jeder dritte Diabetiker an Neuropathien, häufig sind dabei die peripheren Nerven betroffen, das Schmerzempfinden ist vermindert und Verletzungen oder Entzündungen bleiben dadurch erstmal unbemerkt.

 

Auf dem Deutschen Diabetes-Kongress wurde erwähnt, dass im Rahmen der Protect-Studie 2015 bei etwa jedem zweiten Diabetiker schon Anzeichen für Nervenschäden in den Füßen festgestellt wurden. Obwohl sich diese Neuropathie schon bei der Mehrheit der Betroffenen bemerkbar machte, wussten viele Patienten nicht, dass sie bereits an der Diabetes-Folgekrankheit leiden! Typische Symptome sind schmerzende oder brennende Füße, eine signifikant nachlassende Sensibilität und Empfindungswahrnehmung, Kribbeln, Taubheitsgefühle, extreme Trockenheit, Verhornung und Nagelmykose. Im schlimmsten Fall kommt es zum diabetischen Fußsyndrom, offenen Fußwunden mit der Gefahr chronischer Ausprägung, die aufgrund der gestörten Wundheilungsprozesse beim Diabetes mellitus nur schlecht wieder verheilen.

 

Neben den Füßen können auch die kleinsten Blutgefäße in den Augen und Nieren betroffen sein – die sogenannten Retinopathien oder Nephropathien, deren Degeneration sich ebenfalls unbemerkt entwickelt. Bis heute ist der Diabetes in Deutschland die häufigste Ursache für Erblindungen.

 

Regelmäßige Vorsorge ist wichtig

 

Um sich vor möglichen Folgekrankheiten des Diabetes zu schützen, sollten Diabetiker regelmäßig, im viertel- bis halbjährlichen Turnus, zu Fachspezialisten, also Nephrologen, Augenärzten und Podologen gehen, um mögliche Schädigungen an den Nieren, Augen und an den Füßen rechtzeitig festzustellen. Auch ein jährlicher Check beim Neurologen und Kardiologen sollte bei jedem Diabetiker auf dem Plan stehen, denn am Herzen kann es durch die Nervenschädigungen zu einem sogenannten „stummen Infarkt“ kommen: Weil die angegriffenen Nerven keine Schmerzsignale mehr senden, ist dem Patienten der Infarkt gar nicht bewusst.

 

Eine konsequent eingehaltener Ernährungsplan und gut dosierte sportaktive Bewegung im Freien können sehr viel dazu beitragen, den Diabetes gut einzustellen und das Risiko schwerwiegender Folgekrankheiten zu minimieren. Auch ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) erhöht die Anfälligkeit für Neuropathien oder Herzgefäßerkrankungen. Bei etwa 70 Prozent der Diabetiker wird Vitamin B1 vermehrt ausgeschieden. Daher wird Diabetes-Patienten oft empfohlen, zusätzlich Thiamin-haltige Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Darüber hinaus hat sich eine qualifizierte mineralstoffreiche Ernährungsberatung bewährt, die die kontrollierte Einnahme von Insulin-verstärkenden Magnesiumpräparaten, beispielsweise Magnesium-Diasporal aus der Apotheke, zur Abmilderung von Diabetes-Spätfolgen fokussiert.

 

Regelmäßige Termine beim zertifizierten Podologen oder im Fußpflege-Studio sind ebenfalls angeraten – in der Zwischenzeit sollten Diabetiker täglich geeignete Spezialprodukte zur Körper- und vor allem Fußpflege anwenden, um extremer Trockenheit und damit auch dem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen. Mineralienreiche, rückfettende Apothekenpräparate wie AHAVA clineral D-MEDIC oder GEHWOL med Lipidro sind auf die Pflege von diabetischen Fußbeschwerden spezialisiert.

 

Quellenverweis: medicalpress.de

 

Weiterführende Lektüre und Links zum Thema:

 

Eberhard Strandl/ Helmut Mehnert: "Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker"; Arthur Teuscher: "Gut Leben mit Diabetes Typ 2"; kostenloser Broschüren-Download unter www.diabetesde.org der Deutschen Diabetes-Hilfe: "Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2017"; www.weltdiabetestag.de, www.diabetesstiftung.de, www.diasporal.de, www.ahava.de, www.gehwol.de

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