Als Kosmetik-Profi in der Schweiz

Attraktive Jobaussichten mit der richtigen Bewerbung
Attraktive Jobaussichten mit der richtigen Bewerbung

BUSINESS

Ob für einen Saison-Job oder zum Langzeitaufenthalt – der Schweizer Arbeitsmarkt eröffnet nicht nur Beauty-Experten mit Fernweh attraktive Berufschancen. Wir geben Tipps für die richtige Bewerbung.

Der grenzüberschreitende Dialog steht bei immer mehr Unternehmen auf der Tagesordnung. International denkende und agierende Mitarbeiter mit umfassenden Sprachkenntnissen sind gefragt. Aktuelle Umfragen belegen, dass über die Hälfte der deutschen Unternehmen in Zukunft mehr Hochschulabsolventen einstellen wollen, die für internationale Aufgaben und Betätigungsfelder qualifiziert sind. Damit der Weg zum „Global Player“ im Ausland nicht zum Desaster wird, sind bestimmte Verhaltensregeln und kulturelle Einflüsse zu beachten.

 

Interkulturelle Kompetenz – was verbirgt sich dahinter?

 

„Wer weiß, wo Kinshasa liegt oder wann der Ramadan beginnt, kann noch lange keine interkulturelle Kompetenz für sich beanspruchen“, sagt Maren Winkler, Geschäftsführerin von COGNOS International in Hamburg. Das Unternehmen sieht sich als Bindeglied zwischen verschiedenen Bildungs- und Beratungsfirmen der COGNOS-Gruppe. Einfach ist es, bestimmte Spielregeln zu berücksichtigen, wie Telefonate richtig zu führen oder ein geplantes Business-Essen perfekt auszuführen. Eine Kunst dagegen, kulturelle Einflüsse auf eigenes und fremdes Erleben und Verhalten zu erkennen und dieses Verständnis auf die neue Alltagssituation übertragen zu können.

 

Auf das (Job-)Timing kommt es an

 

Als Kosmetikerin im Ausland zu arbeiten, für viele junge Absolventen einer Kosmetikfachschule ist es der Traumjob schlechthin. Und nicht zu Unrecht. Die Lust Neues auszuprobieren, Sprachkenntnisse zu intensivieren und darüber hinaus einen Arbeitsplatz in einem landschaftlich reizvollen Ambiente vorzuweisen, zieht immer häufiger gut ausgebildete Fachkräfte in die Ferne. Ein „Lockmittel“ für die Jobsuche im Ausland sind dabei übertarifliche Vergütungen, besondere Provisionszuschüsse und oft freie Kost und Logis in hoteleigenen Personalunterkünften. Wenn sich der neue Arbeitsplatz zudem in typischen Touristenregionen befindet, in mondänen Seebädern oder in verschneiten Berghotels, ist zusätzlicher Spaßfaktor garantiert.

 

Erst denken, dann handeln...

 

Das gute Bauchgefühl ist nicht alles, wenn die anfängliche Begeisterung schnell einem Kulturschock weicht. Nach der ersten Euphorie über die neue Umgebung können sich ohne gründliche Vorbereitung schnell Zweifel einschleichen. Die vertraute Umgebung, bisherige Gewohnheiten und Aktivitäten müssen aufgegeben werden. Das soziale Umfeld spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch wenn in manchen Fällen der Partner oder die Kinder den Weg ins Ausland mitgehen, gelingt es nicht immer, sich erfolgreich anzupassen. Mitarbeiter im Ausland brauchen eine gefestigte Persönlichkeit, die sich nach außen durchzusetzen versteht und die Bereitschaft, das eigene Wissen und Denken infrage zu stellen. Dazu gehört ganz wesentlich, aufgeschlossen für neue Erfahrungen zu sein.

 

Kulturschock – nein, danke!

 

Zur guten Vorbereitung gehört nicht nur die Einbindung des persönlichen Umfeldes und das Gespräch mit Familie und Freunden, sondern auch der Besuch eines interkulturellen Trainings. Hier werden informations- und erfahrungsorientierte Methoden vermittelt. Die Zentralstellen für Arbeitsvermittlung in Deutschland sind Ansprechpartner für „Auslandswillige“ und informieren über bundesweite Trainings-Workshops. Die Zauberworte heißen hier Interaktion und Kommunikation. Und das gilt nicht nur für Top-Manager, sondern für alle Berufsgruppen und Fachbereiche.

 

Bewerbungsregeln und Auswahlkriterien

 

Viele von uns haben das schon mal erlebt: In der Zeitung stoßen wir auf eine interessante Stellenausschreibung für einen tollen Job im Ausland. Die Neugierde ist geweckt und die Gedanken lassen der Fantasie viel Spielraum. Der erste Schritt zur Kontaktaufnahme nach reiflicher Überlegung ist und bleibt die schriftliche Bewerbung. Damit sich in der persönlichen Visitenkarte keine Fehler einschleichen, ist es wichtig, bestimmte internationale Bewerbungsregeln einzuhalten.

 

Regelmäßig entdeckt die Kosmetikerin in einschlägigen Fachjournalen Jobangebote für exklusive Wellnessfarmen, Kurkliniken oder Hoteleinrichtungen mit vielfältigen Beauty-Programmen. Viele dieser Einrichtungen befinden sich in klassischen Urlaubsregionen. Ob Schweizer Luxus-Chalet, exklusives Fünf-Sterne-Gourmet-Hotel oder familiär geführte Privat-Pension – keine Frage, das Angebot klingt verlockend. Ein ganz wichtiger Aspekt vor der ersten Kontaktaufnahme ist die Auskunftseinholung über landestypische Gepflogenheiten und Sitten und eine gründliche Information über den potenziellen neuen Arbeitgeber. Sind diese Hürden genommen, steht einer erfolgreichen Bewerbung nichts mehr im Weg.

 

Bewerben in der Schweiz

 

Die schriftliche Bewerbung in der Schweiz enthält, wie auch in Deutschland:

  • ein standardisiertes einseitiges Anschreiben,
  • ein mit Namen versehenes und datiertes Lichtbild,
  • einen höchstens zweiseitigen, datierten und unterschriebenen Lebenslauf und Zeugnisse.

Arbeitsproben, Praktikanachweise und Zertifikate für Zusatzqualifikationen sollten nur bei Relevanz für die Position beigelegt werden.

 

Die äußere Form der Bewerbung ist ebenso entscheidend wie das beigefügte Lichtbild. Innerhalb eines Bewerbungsprozesses erwecken erfahrungsgemäß 90 Prozent der eingesandten Unterlagen das Interesse des neuen Arbeitgebers. Das Anschreiben sollte, wie auch der Lebenslauf, einen übersichtlichen Aufbau erkennen lassen, der die Personalabteilung auch ohne eingehende Prüfung anspricht. Da in der Schweiz das Einholen von Referenzen und graphologische Gutachten bei der Auswahl der Bewerber eine Rolle spielen, kann es vorkommen, dass bereits mit der schriftlichen Bewerbung Referenzen und eine handschriftliche Probe angefordert werden. Die Bewertung des Notensystems erfolgt diametral zum deutschen Notensystem, allerdings auch hier sechsstufig. Das bedeutet: Ein „sehr gut“ (6) entspricht dem deutschen „sehr gut“ (1) und ein „unbrauchbar“ (1) dem deutschen „ungenügend“ (6).

 

Arbeiten in der Schweiz

 

Während der Aufenthalt in der Schweiz als Tourist bis zu drei Monate bewilligt ist, wird für einen geplanten Stellenantritt ein Arbeitsvertrag, eine Gesundheitsprüfung, die mit dem Tag des Grenzübertritts abzulegen ist, und die Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung benötigt. Diese Zusicherung wird üblicherweise von der kantonalen Fremdenpolizeibehörde erteilt, vom zukünftigen Arbeitgeber eingeholt und dem Antragsteller an seine ausländische Adresse geschickt. Eine weitere Möglichkeit, Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt zu finden, ist ein sogenanntes Gastarbeiterabkommen. Dieses wird im Regelfall für 12 Monate gewährt, kann aber um weitere sechs Monate verlängert werden.

 

Arbeitszeit und Probezeit

 

Die übliche wöchentliche Arbeitszeit in der Schweiz liegt bei 40 Arbeitsstunden an fünf Tagen in der Woche. Pro Tag sind dabei höchstens zwei Überstunden zulässig. Die Probezeitvereinbarung ist nach dem Schweizer Arbeitsrecht für einen Monat vorgesehen. Eine vertragliche Verlängerung bis zu drei Monate kann jedoch vereinbart werden. Das durchschnittliche Anfangseinkommen liegt deutlich höher als in Deutschland, was aber durch gleichfalls höhere Lebenshaltungskosten nicht überbewertet werden darf.

 

Wie kann ich mich informieren?

 

Wertvolle Informationen zum optimalen Start in den Auslandsjob gibt es auf der Internetseite Europe Direct. Eine kostenlose telefonische Hotline ist für Interessenten unter 00800/67891011 eingerichtet. Daneben stehen die regionalen Arbeitsämter für Arbeitssuchende im europäischen Wirtschaftsraum mit Rat und Tat zur Seite. Eine weitere Möglichkeit bietet das EURES-Netzwerk. Auf der EURES-Internetseite kann man sich mit einem EURES-Berater in Verbindung setzen, der bei der Jobvermittlung behilflich ist./CR

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