Als Beauty-Freelancer im Einsatz - Von Akquise bis Honorarsatz

Zeitmanagement: Freelancer on Tour
Zeitmanagement: Freelancer on Tour

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Eine kluge Marketingstrategie zahlt sich aus, um als Freiberufler im Auftragsgeschäft zu bestehen. Mit dem richtigen Rüstzeug sind Sie als Beauty-Freelancer im Einsatz bestens gewappnet.

Akquise, Akquise und nochmals Akquise lautet das magische Wort, um in der Welt der Industrie, der Einzelhändler, der Warenhäuser, der Gesundheitseinrichtungen, der Agenturen und der Direktkunden zu bestehen. Ob im Dialog mit Kunden oder potenziellen Auftraggebern – Sie müssen jederzeit eine gute Figur machen, im Auftragsgespräch wie auch in der Kundenberatung oder bei der Präsentation mit Kompetenz glänzen. Der erste Eindruck zählt, am Telefon genauso wie im persönlichen Gespräch. Die Spielregeln zur professionellen Eigenvermarktung sind hierbei gleich, nur die Aktionsschauplätze nicht.

 

Keep smiling! – Telefonieren will gelernt sein

 

Einige Tipps zur richtigen Telefonakquise: Planen Sie vor allem in der Startphase regelmäßige Bürotage im Home-Office für Ihre Kundenwerbung ein und legen sie eine genaue Anzahl von täglichen Telefonaten (maximal 30) fest, die Sie strategisch abarbeiten. Holen Sie vorab nötige Hintergrundinformationen ein – insbesondere bei wichtigen Neukontakten – und recherchieren Sie Ihr Faktenwissen immer sorgfältig. Wenn Sie wichtige Anrufe tätigen wollen, stehen sie dafür auf, Ihre Stimme ist dann kräftiger und lächeln Sie beim Sprechen. Gesprächspartner in Führungsebenen erreichen Sie am ehesten direkt morgens vor 9 Uhr, mittags bis 12 Uhr und abends ab 17 Uhr ohne nervige Sekretariats-Warteschleife.

 

Akquirieren Sie grundsätzlich ruhig und konzentriert mit bequemem Festnetzanschluss und griffbereitem Terminplan vom Home-Office aus, niemals per Mobiltelefon in öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier besteht nicht nur akute Verständigungs- und Funklochgefahr sondern auch die Gefahr des unvorteilhaften Geschäftseindrucks. In Ihre wichtigsten Utensilien als Freelancer: portabler Filofax, Handy, Laptop, Visitenkarten und Rechnungspapier, dürfen Sie im Übrigen gern etwas mehr investieren – das zahlt sich spätestens bei der ersten Kundenaudienz positiv aus.

 

Auf den Dresscode kommt es an

 

Ohne Frage, die Lieblingsuniformfarbe der Beauty-Freelancer von Rostock bis München ist schwarz. Dafür gibt es drei ganz simple Erklärungen: Schwarz ist erstens immer salonfähig, weil gleichbedeutend mit elegantem Understatement, zweitens ewig zeitloser Minimal Chic in reduzierter Non-Colour und drittens die Farbe aller Kreativen. Mit einem schwarzen Kostüm oder Hosenanzug liegen Sie nicht nur bei einer Duftpromotion im Kaufhaus, sondern auch bei einem künstlerischen Make-up-Einsatz in der exklusiven Privatparfümerie goldrichtig. Das Styling sollte dennoch immer dem Zweck der Veranstaltung und besonderen Kundenwünschen angepasst werden – ob nun als Make-up-Artist, Beauty-Consultant, Finanzdienstleister, Versicherungsagent oder Event-Moderator. Alternativ zu einheitlich schwarzer Garderobe darf es auch bei vielen Auftragskunden ein Business-Outfit in Schokobraun, Dunkelblau oder Grau sein. Achten Sie allemal auf Ihr Äußeres und zwar von Kopf bis Fuß, denn: „Kleider machen nun mal Leute“.

 

Flexibilität und Verhandlungsgeschick zahlen sich aus

 

Ein guter oder sehr guter Freelancer wird immer an seiner hervorragenden Umsatzleistung gemessen – Auftreten und Kundenumgang sollten zudem ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Ein gepflegtes neues Gesicht gepaart mit talentiertem Verkaufsgeschick fällt garantiert positiv auf und das spricht sich schnell herum. In der oft schnelllebigen Freelance-Branche werden gute und engagierte Kräfte, die zudem in Stoßzeiten terminlich flexibel sind, immer gern gebucht. Der Freelance-Markt ist heute größer denn je, daher sind die Einsatzbereiche äußerst vielseitig. Ob als Reisekosmetikerin für etablierte Institutskosmetik, als Beauty-Consultant im Einsatz für Agenturen und selektive Premiummarken, als Pharma-Assistent in Apotheken und im Direktvertrieb, als Trainer in der Wellness-Hotellerie, als Make-up-Artist im Counterbereich exklusiver Warenhäuser, als VIP-Betreuer auf hochkarätigen Events oder als Messe-Hostess – der freie Einsatz auf Honorarbasis ist inzwischen fast überall möglich und auch beliebt.

 

Immer mehr Unternehmen setzen hierzulande auf unternehmensnotwendige personelle Sparkonzepte und moderne Beschäftigungsmodelle. Da kommt der Freelancer mit seiner Eigenabsicherung in Sachen Versicherungs- und Steuerleistungen gerade recht. Der Auftraggeber trägt wenig Risiko, denn wer als Freiberufler nicht mit tollen Umsatzzahlen und zufriedenen Kundenkontakten aufwarten kann, der wird über kurz oder lang sang- und klanglos aus dem Auftragsgeschäft entlassen – ohne Anspruch auf Abfindung und sonstige Gratifikationen.

 

Top-Tageshonorare nur für die Besten

 

Die Schattenseiten der Medaille: Der Freelance-Job ist mitunter knallhartes Business für fleißige Überlebenskämpfer mit Durchhaltewillen und ambitionierten Karriereabsichten. Nur die Besten machen lukrative Tageshonorare. Angebot und Nachfrage regulieren auch im Freiberuflergeschäft den Preis und marktübliche Honorarsätze gelten nicht für erfahrene Branchen-Profis. Egal welchen Tagessatz Sie letztlich im Direktkunden- oder Agenturgeschäft aushandeln, beachten Sie unbedingt, dass pauschal 35 Prozent Ihrer Gesamteinnahmen für Steuern, Versicherungs- und Beratungsleistungen, sonstige Ausgaben und Aufwendungen zu Buche stehen. Nach Abzug des üppigen Kostengewichts bleibt tatsächlich nur ein magerer Gewinn für den hochmotivierten Mini-Unternehmer.

 

Unternehmerisches Denken und unternehmerischer Einsatz fallen nicht jedem zu, sind aber im Freelance-Geschäft zwingend notwendig. Nur wer kühl kalkuliert und schlau terminiert, der erarbeitet sich das notwendige Maß an finanzieller Sicherheit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit und erhält sich die unternehmerische Freiheit, auch mal NEIN sagen zu können. /CR

 

Tipps zum Thema:

 

Existenzgründung und Unternehmensführung, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Bonn

 

Lektüre für Selbständige und Freiberufler: wrs Steuer-Ratgeber; Jürgen Arnhold: „Existenzgründung – von der Idee zum Erfolg“; Rainer Neuhäuser: „Betriebswirtschaft für Existenzgründer, Kostenrechnung, Finanzierung etc.“

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