Fit und vital mit Qigong

Qigong-Übung in der Natur
Qigong-Übung in der Natur

FITNESS

Sportprogramme zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit tun Jung und Alt gleichermaßen gut und machen zudem Spaß. Sanfte Wellness aus der fernöstlichen Bewegungsschule wie Qigong liegt weiterhin im Fitness-Trend.

Amerikanische Trendforscher propagierten bereits in den 1960er Jahren den Begriff Wellness im Zuge einer neuen Sportbewegung. Allgemeingültig formuliert stecken im Lieblingswort der Neuzeit zwei aussagekräftige Kerninhalte: Wellbeing und Fitness. Mittlerweile nimmt das Vermitteln von Wellbeing, von Wohlgefühl, auch im Fitness-Club einen besonderen Stellenwert ein. Entspannungsmomente wollen emotional erlebt werden und Streicheleinheiten für Körper und Geist stehen ganz oben auf der Gästewunschliste.

 

Fitness im Zeitgeist

 

Brandaktuelle Wellnesstrends hin oder her – hier macht‘s der ausgewogene Mix aus Anwendungen zur Körperentspannung und körperaktiven Übungen. Die Kombination aus harmonisierenden Relaxmassagen und anregender Bewegungstherapie schafft prima den Spagat zwischen Passivität und Aktivität. Neue Impulse setzen Programme der fernöstlichen Bewegungsschule, die für jeden einfach zu erlernen sind. Ein weiteres Argument spricht zudem für die ganzheitlich stimulierenden und sanften Übungen: Immer mehr Menschen sind heute auf der Suche nach Stressausgleich im Alltagstrubel. Yoga, Qigong & Co. verhelfen spürbar zu tiefer innerer Balance und mehr Ausgeglichenheit – die Fangemeinde wird auch in Deutschland zunehmend größer.

 

Qigong - Übungen mit Synergieeffekten

 

Qigong ist eine traditionelle chinesische Übungskunst, die die Konzentrations- und Vorstellungskraft schult und die uns lehrt, den Körper zu kräftigen. Als Begleittherapie ist Qigong bestens geeignet, Nervosität und Schlafstörungen in den Griff zu bekommen und Dauerbelastungen wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Gelenkbeschwerden zu lindern. Qigong schafft über den therapeutischen Ansatz hinaus das Bewusstsein für das, was uns oft am meisten fehlt: die Zeit für uns, die Auszeit ohne Störgeräusche. Inzwischen werden auch hierzulande die vielfältigsten Unterarten des Qigong praktiziert, u. a. Jing Gong (Stilles Qigong) oder Hui Chun Gong, die langgehüteten Geheimübungen der daoistischen Mönche.

 

Überliefertes Wissen und meditative Weisheit

 

Daoistische Lehrmeister und Heiler der alten Tradition sind der Meinung, dass die Übungen der fernöstlichen Bewegungstradition so alt sind wie die letzte Eiszeit. Eine Zeitspanne, die etwa 13000 Jahre zurückliegt und in der die Menschen begannen, Übungen zum Wärmen und zum Schutz als pures Überlebenstraining zu erfinden. Manche Übungen werden in sichtbarer Bewegungsabfolge ausgeführt, beispielsweise Taijiquan-Übungen oder das sogenannte „Kranich Qigong“. Andere wiederum vermitteln einen äußeren Zustand tiefer Meditation und Bewegungslosigkeit.

 

Stilles Qigong

 

Doch auch „Stilles Qigong“ bedeutet nicht nur einfach, still zu sitzen, zu liegen oder zu stehen, sondern dass die sechs Wurzeln still werden. Die sechs Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Sprechen, Fühlen und Denken werden mit Hilfe gezielter Atem- und Bewegungstechniken „außer Kraft“ gesetzt. Ein altes daoistisches Sprichwort besagt passend: „Kehre zurück zur Quelle und finde die Stille. Das ist der Weg der Natur.“ Bei richtiger Ausführung entspannt Qigong in der Tiefe und wirkt bis in die Nervenfasern. Es kann zugleich Blockaden lösen, Energien in richtige Bahnen lenken und sehr befreiend wirken. Die Philosophie dahinter: Nur in der Stille werden der Geist klar und leuchtend, das Herz ruhig, liebevoll und weit und das Qi rein und kraftvoll. In der Stille kann der belebte Geist „über die Sterne fliegen“.

 

Aktivprogramme im Fitness-Studio

 

Erfahrene Qigong-Lehrer leben, fühlen und arbeiten nach den über Jahrtausende überlieferten Weisheiten aus tiefer innerer Überzeugung und mit disziplinierter Konsequenz. Um die verschiedenen Techniken auch wirklich optimal zu erlernen, sollte die Qigong-Ausbildung daher nur von anerkannten Qigong-Lehrmeistern vorgenommen werden. Crashkurse wie sie zum Beispiel im Ferienhotel bei Buchung eines Wellness-Packages angeboten werden, können lediglich einen groben Eindruck vermitteln. Im Idealfall wecken solcherart Schnupperkurse die Neugierde für Inhalte und Hintergründe der fernöstlichen Bewegungstherapie.

 

Qigong-Training für Profis

 

Qigong-Lehrer therapieren andere, nur sie selbst kommen oftmals zu kurz. Dass es auch anders herum geht, zeigen mittlerweile immer mehr Kursinhalte die speziell für Fortgeschrittene angeboten werden. Spaß, Erholung, die eigene Gesundheit und das Vermitteln von Wissen stehen dabei auf dem Programm. In den Mittelpunkt dieser Seminare wird insbesondere der energetische Aspekt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gestellt, zudem die gesundheitliche Bedeutung der einzelnen Übungen und deren Alltagsbezug.

 

Welche Seminarinhalte werden vermittelt?

 

Auch die Schulung komplexer Körperbewegungen, Biomechanik, Koordination, Atemtherapie, die Stärkung des Beckenbodens und osteopathische Ansätze gehören zu den Seminarthemen. Das Ziel dieser Kurse ist es, dass die Teilnehmer lernen, an sich selbst verschiedene Praktiken anzuwenden – möglichst in regelmäßiger Folge. Für alle diejenigen, die sich von Grund auf mit dem traditionellen Qigong auseinandersetzen möchten, stehen bundesweit etablierte Schulen bereit die Qigong-Kurse auch für Anfänger anbieten. Interessant ist: Krankenkassen zahlen pro Jahr einen Zuschussbeitrag von zirka 70 Euro – vorausgesetzt, der Qigong-Lehrer kann einen staatlich anerkannten Abschluss in einem psycho-sozialen Beruf vorweisen. /CR

 

Weiterführende Informationen:

 

Buchtipps für kühle Tage: Hong Li Yuan: „Qi Gong“, Kenneth Cohen: „Qigong“, Monnica Hackl: „Jung und schön mit Hui Chun Gong“, Gisela Mühlhans: „Qigong-Yoga“

 

Seminare, Kurse und Trainer-Ausbildung: Medizin und Lebenskunst Akademie, Lindwurmstraße 117, 80337 München; Dao Yuan Schule für Qigong, Herrenstraße 8, 37444 St. Andreasberg

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